» Sturm und Orkan in Österreich


Definitionen & Übersicht

Zwar mag es den Anschein haben, dass "Sturm" bzw. "Orkan" an sich schon selbsterklärend und damit für jeden verständlich sind, allerdings kommt es in Wahrheit oft zu Irrtümern was diese Begriffe anbelangt. Zunächst bedeutet sowohl "Sturm" als auch "Orkan", dass der Wind nicht-konvektiven Ursprungs ist (also keine Gewitterfallwinde, Tornados u.ä.). Weiters gibt es eindeutige Schwellwerte, die für die jeweilige Bezeichnung charakteristisch sind: bei "Sturm" ist dies die 75km/h Marke, bei "Orkan" 118km/h.
Es gibt verschiedene Maßeinheiten für die Windgeschwindigkeit - gebräuchlich sind in der Meteorologie vor allem Knoten (kn) sowie Meter pro Sekunde (m/s), im allgemeinen ist in Österreich in der Öffentlichkeit aber stets von Kilometern pro Stunde (km/h) die Rede, weshalb diese Werte auch für Analysen bzw. Statistiken auf unwetterstatistik.at verwendet werden.

"Sturm" ist ein recht häufiges Ereignis in Mitteleuropa. Deshalb scheinen solche Ereignisse auch nicht in unserer Statistik auf. Interessant wird es aber der Schwelle zum "orkanartigen Sturm" (103km/h), entscheidend sind aber alle Ereignisse die Orkanstärke erreichen.

Windgeschwindigkeiten über 118km/h treten vorwiegend im Zuge von Sturm- bzw. Orkantiefs auf, die vom Atlantik kommend über Nord- und Mitteleuropa ziehen. Die heftigsten nicht-konvektiven Sturmstärken wurden durch solche (durch ihre oft sehr rasche Vertiefung mit "rapid cyclogenesis" bezeichnet) Randtiefs ausgelöst (man denke nur an "Lothar" 1999).
Eine weitere Möglichkeit wie Orkanwinde zustande kommen können, ist durch eine massive Föhnlage die präfrontal bei enger Isobarendrängung, Trog im Westen sowie Keil im Osten, entsteht. Der warme Fallwind kann dabei durch Täler noch zusätzlich kanalisiert werden und Windspitzen über 150km/h erreichen (was dann auch über den maximalen im Flachland registrierten Windspitzen liegt).

Die nun folgende Aufstellung kann nicht als vollständig betrachtet werden und behandelt zudem mangels Daten nur Ereignisse der vergangenen 50 Jahre. Ab 2004 wird eine gesonderte, ausführlichere und jährliche Statistik geführt, wo auch Stürme aufscheinen, die vielleicht zu keinen extremen Erscheinungen geführt haben, aber auf andere Art und Weise interessant erscheinen.