» Lawinen & Starkschneefall in Österreich


Definitionen & Übersicht

Grundsätzlich kommt es zu Schneefall, wenn die Temperaturen bodennah unter oder zumindest nahe 0°C liegen - Ausnahmen sind etwa bei einer warmen Mittelschicht (kann statt Schnee zu gefrierendem Regen führen -> näheres unter der Rubrik "Eisregen"), oder bei konvektiven Ereignissen, wo es auch bei Temperaturen deutlich über 0°C bis ganz herunter Schnee geben kann. Schnee kann trocken (d.h. ohne flüssigem Wasseranteil = Pulverschnee -> bei sehr tiefen Temperaturen) oder feucht (oft schon "angetaut" - bei Temperaturen nahe oder um 0°C) sein. Die Schneemengen sind zumeist proportional zur Temperatur -> je kälter es ist, desto größer die Schneemenge bei gleichen Niederschlagsmengen (möglich ist das etwa 30fache des Niederschlags in Millimetern - also bei 5mm können es bis zu 15cm Neuschnee sein).

Die häufigsten Wetterlagen, bei denen es zu starkem Schneefall kommt sind vergleichbar mit den Lagen, die im Sommer besonders große Niederschlagssummen bringen. Dies wäre also für den Osten ein östlich vorbei ziehendes Balkantief, für den Osten und Südosten das Adriatief, den Süden Genuatief, den Norden und Westen Trogstaulage, sowie für weite Teile Österreichs das Vb -Tief.

Starker Schneefall bringt die verschiedensten Gefahren mit sich - von weitreichenden Verkehrs-behinderungen über Lawinenabgänge, Schneeverwehungen bei Sturm, bis hin zu Hochwasser bei Tauwetter. Grundsätzlich kann dabei gesagt werden, dass die Gefahr von Lawinen in erster Linie für den Alpenraum gelten, während Schneeverwehungen vorwiegend im Flachland auftreten.

Noch ein paar Sätze zu Lawinen:
Großer Neuschneezuwachs sowie starke Windverfrachtungen unterstützen den Abgang von Lawinen. Dabei sind bei vorwiegend Pulverschneeauflage v.a. Lockerschneelawinen zu erwarten, bei teils gefestigtem Grund eher die sogenannten "Schneebretter". Grundsätzlich gilt: je mehr Schnee in je weniger Stunden bei je stärkerem Wind fällt, desto größer die Lawinengefahr (die Gefahrenstufen gehen von 1 bis 5, wobei fünf die höchste Warnstufe ist). Immer wieder kommt es in Österreich zu katastrophalen Lawinenabgängen, jedes Jahr sterben zahlreiche Skifahrer und Tourengeher unter Lawinen. Viele inneralpine Ortschaften sind bei großer Lawinengefahr potenziell gefährdet und wie Galtür 1999 beweist, kommt es leider auch manchmal zu überraschenden und verheerenden Ereignissen.

Die nun folgende Aufstellung kann nicht als vollständig betrachtet werden und behandelt zudem mangels Daten nur Ereignisse der vergangenen 50 Jahre. Ab 2004 wird eine gesonderte, ausführlichere und jährliche Statistik geführt.