Rückblick: Hochwasserkatastrophe an der March, März/April 2006

Heftige Schneeschmelze und einige regenreiche Fronten sorgten zwischen 28. März und 6. April 2006 für ein 100jährliches Hochwasser an der March. Hier finden Sie mehr Informationen über die damalige Wetterlage und eine Dokumentation der Feuerwehren ...

(C) wetterzentrale.de

Die Wetterlage

Bedingt durch die enormen Schneemengen Ende März 2006 (NÖ, Waldviertel zb über 1m) und das Eintreffen von mehreren Frontensystemen entlang der über Mitteleuropa verlaufenden Luftmassengrenze, die feucht-milde Luft in den Alpenraum transportieren, kommt es zu einer massiven Schneeschmelze mit anschließendem Hochwasser in Teilen von Österreich. Das Abflusswasser der Niederschläge an diesen Tagen trägt das übrige zur Katastrophe bei.


Chronologie des Ereignisses

29. März: Besonders betroffen ist anfangs das Waldviertel – die Thaya führt am 29. März sogar kurzzeitig ein 50jähriges Hochwasser. Einige Ortschaften werden überflutet, mit dem Nachlassen der Niederschläge am 30. März entspannt sich die Lage zusehends, die Pegelstände gehen in dieser Region wieder langsam zurück.

Auch in Oberösterreich treten zur selben Zeit Flüsse über die Ufer, die Donau bringt es immerhin auf ein 5jährliches Ereignis, Uferregionen werden teilweise überschwemmt.

(C) SKYWARN Austria 2007 30.März: Ab dem 30. verschärft sich die Lage an der March zunehmend. Das Schmelzwasser sorgt auch so schon für einen erhöhten Pegelstand der March, durch den Zufluss der hochwasserführenden Thaya nimmt die Hochwasser-Katastrophe ihren Lauf.

31. März und 1. April: Die March erreicht bereits ein 30. jährigen Hochwasserstand, Hohenau a.d. March wird zum Katastrophengebiet erklärt (sh. Bild rechts). Trotz nachlassender Niederschläge verschärft sich die Lage weiterhin, im Gegensatz zum vorangegangenen Thaya-Hochwasser. Schließlich wird das gesamte Gebiet zwischen Hohenau und Angern zum Katastrophengebiet erklärt.

2. April: Am 2. erreicht die March schließlich den Wert HQ100 (entspricht einem 100 jährigen Hochwasser).
Diesen Wassermassen sind die alten Dämme entlang der March in Niederösterreich nicht mehr gewachsen.

3.April: Um 4 Uhr in der Früh bricht in Jedenspeigen der Damm, 2.100 Personen / 300 Häuser müssen evakuiert werden.
24 Stunden später brechen die Dämme auch in Stillfried und Mannersdorf. Das Hochwasser fordert in Österreich die ersten 2 Todesopfer, 2 Personen die mit einem Boot unterwegs waren, gelten als vermisst.
Anstatt zu sinken, bleibt der Pegelstand an der March weiterhin bei HQ100.

5.April: Als Folge des andauernden extrem hohen Pegelstands der March, brechen auch am 5. die Dämme in Zwerndorf, 300 Häuser werden auch dort evakuiert. In weiterer Folge auch in Dürnkrut. Dort müssen mehr als 2.100 Personen bzw. 300 Häuser evakuiert werden. Vor Ort werden mehr als 91.000 Sandsäcke befüllt, zusätzlich unterstützt das Heer mit Black Hawk Hubschraubern den Transport und den Abwurf von sog. „big bags“ aus der Luft, um die Dämme zu stärken (Bis zum Einsatzende rund 3.000 Tonnen).

6. April um 15 Uhr: Endlich sinken die Pegelstände wieder, die Lage entspannt sich nun von Tag zu Tag. Am 6. April sind bereits mehr als 1.600 Helfer in der Krisenregion im Einsatz.

Diese 100-jährige Marchhochwasser sorgte für eine traurige Bilanz: Knapp 1.000 Häuser werden evakuiert bzw. überflutet. 2 Menschen sterben in den Fluten. An der March werden im Krisengebiet im Hochwasserzeitraum mehr als 500.000 Sandsäcke befüllt.

Doch Bilder sagen einfach mehr aus, als so eine kurze Zusammenfassung dieser tragischen Hochwasserereignisse im Jahre 2006 in Niederösterreich. Das Bezirksfeuerwehrkommando Gänserndorf, hat dieses Hochwasserereignis an der Thaya und March und den Einsatz der Freiwilligen gegen die Wassermassen sehr ausführlich fotografisch dokumentiert und zusammengefasst: