Extreme Wetterwerte aus Österreich



Temperatur

Maximaltemperatur: +39,7°C am 27. Juli 1983 in Dellach im Drautal
Minimaltemperatur: -37,2°C am 01. Jänner 1905 am Sonnblick
Minimaltemperatur am Boden: -36,6°C am 11. Februar 1929 im Stift Zwettl
Kältester Winter der Neuzeit: 1928/1929 (Beginn der Messungen 1767)
Wärmster Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen: 2003

[Anm.: in einer Felsdoline namens "Grünloch" auf rund 1000m Höhe, nahe Lunz/See, wurden im Winter bei Schneelage absolute Minimaltemperaturen von unter -50°C (!) registriert (ungehinderte Abkühlung auf oberen Troposphären-Level)]



Sturm

Spitzenböe im Flachland: 147km/h am 27.Februar 1990 in Hörsching ("Vivian")
Spitzenböe bei Föhnlage: rd. 180km/h Böen vom 13. bis 15. November 2002 in Teilen von Tirol und Salzburg
Spitzenböe im Flachland des Osten: 139km/h am 18. Februar 1946, gemessen auf der Hohen Warte in Wien

[Anm.: absolute Maxböe in Österreich wurde vermutlich im Zuge des starken F3 Tornados am 10. Juli 1916 in Wr. Neustadt erreicht; die Abschätzung der Schäden durch torDACH Spezialisten ergab wahrscheinliche Spitzenböen knapp über 300km/h]



Niederschlag

Höchster je gemessener Tagesniederschlag: 650l/m² am 10. August 1915 in Schaueregg am Wechsel
Im August des Jahres 2002 wurden mancherorts (besonders im Wald-/Mühlviertel) neue Rekordmengen für Tagesniederschlagssummen erreicht, das folgende Hochwasser wird für die Donau als 50jähriges Ereignis eingeschätzt, für manche Regionen aber auch als etwa 100jähriges.



Schnee

Größte Schneemenge in Tallagen: 363 cm am 30. Jänner 1917 in Kornat (Ktn)
Größte Schneemenge überhaupt: 1190cm am 09. Mai 1944 am Sonnblick
Größte Tagesneuschneemenge: 170cm am 31. Jänner 1986 in Sillian, Osttirol
Schlimmstes Lawinenkatastrophen der letzten 100 Jahre: Jänner 1951 - in Österreich sterben bei 37 Lawinenabgängen 135 Menschen, 79 Häuser werden zerstört, zahlreiche schwere Schneebruchschäden treten auf // 10. & 11. Jänner 1954 - zahlreiche schwere Lawinenabgänge, besonders in Kärnten, Tirol und Osttirol, mit Dutzenden von Toten
Größte Schneekatastrophe im Flachland des Osten Österreichs (letzten 50 Jahre): vermutlich 05. bis 09. Dezember 1969, 45cm Schneelage in Wien, blizzardartige Zustände, meterhohe Schneewechten



Trockenheit

Größte Trockenperiode der letzten Jahrzente: Februar bis Juli 1968 - gewaltige Ernteausfälle und zahlreiche Hitzetote sind die Folge
Im Jahr 2003 gab es im Osten Österreichs von Januar bis August eine der längsten und ausgeprägtesten Trockenperioden - sie führt besonders im Südosten zu großen Ernteausfällen



Hagel

Hagelunwetter gibt es jedes Jahr, wobei Hageldurchmesser über 5cm als "extremes", wenn auch gar nicht so seltenes Ereignis eingestuft werden können (~ 10mal/Jahr).
Nur eines von vielen Beispielen: Am 03. Juli 2000 erreichten die Hagelkonglomerate in einem Hagelstrich von Saalfelden bis Hartberg Größen um 10cm, einzelne Schlossen erreichten Tennisballgröße (also etwa 8cm)




Kuriositäten zu (Extrem-)Wetter aus Österreich



Invasionen

Heuschrecken sind ja in Österreich nichts Unbekanntes. Wohl schon eher gigantische Heuschrecken- Schwärme die durch die Lande ziehen und innerhalb von Minuten ganze Felder kahlfressen können. Allerdings ganz so ungefährdet sind wir wieder auch nicht. Von 1338 bis 1340, 1749 als auch 1850 wird Österreich von verheerenden Heuschreckenplagen heimgesucht die ganze Ernten vernichten und damit Hungersnöte verursachen; bei geeigneter Witterung (heiß & trocken) und günstigen Windverhältnissen können sich die geflügelten Insekten aus Afrika über Türkei und Spanien in Extremfällen bis zu uns ausbreiten. Allerdings dürfte ein solches, wirklich verheerendes Szenario, nur äußerst selten vorkommen - viel öfter als einmal in 100 Jahren sollte dies nach bisherigen Erkenntnissen nicht geschehen.

Getreideregen und gefährliche Rauchwirbel


Bekanntlich geistern immer wieder Gerüchte herum, wonach es Fische oder Frösche vom Himmel geregnet hätte; tatsächlich dürfte dies immer wieder vorkommen - etwa wenn ein Tornado einen kleinen Fischweiher "leersaugt" und bei Auflösung dessen Inhalt in der Gegend verstreut. Aus Österreich gibt es zwar bislang (noch) keinen solchen Fall, allerdings eine ganz ähnliche Erscheinung: am 01. Juli 1570 regnete es in Mauerkirchen im westlichen Oberösterreich Getreide vom Himmel, ausgelöst durch einen Tornado - noch 1590 wurde ein daraus gebackender Brotlaib im Stift Mattsee ausgestellt.

Am 27. Mai 2000 wunderte sich ein Landwirt in Groß Harras im Weinviertel über einen rund 20 Meter breiten, langsam dahinziehenden Rauchwirbel am Boden - solange bis der Wirbel das nahe landwirtschaftliche Gebäude buchstäblich auseinander nimmt; der Beobachter war Zeuge eines Tornados geworden - und das gar nicht so schwach: anhand der Schäden ließ sich ein F2/T4 abschätzen, also eine Großtrombe mit Windspitzen bei 200km/h.

Daten entnommen den statistischen Aufzeichnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien, sowie der torDACH Seite für Österreich.

Tornadoszenario

Tornados werden in Österreich meist noch immer etwas belächelt. Dennoch stellen sie eine sehr heftige Extremwetter-Erscheinung dar, die nicht zu unterschätzen ist!

Das folgende Szenario mag für den einen oder anderen skuril und unglaubwürdig klingen, in der Tat ist es bereits zu einem ähnlichen Fall gekommen. Das Szenario soll keinesfalls Angst und Schrecken verbreiten, sondern das Bewusstsein vor diesem Phänomen und die Gefahr, die von Torandos ausgeht, schärfen..